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Visueller digitaler Zwilling: Was Produkthersteller daraus machen können

 

Was ein visueller digitaler Zwilling für Produkthersteller leisten kann

Ein Katalogfoto zeigt eine Variante. Ein Regalsystem mit neun Dekoren und mehreren Aufbauvarianten hat davon leicht hundert. Für Hersteller mit variantenreichen oder erklärungsbedürftigen Produkten, ob Möbelsystem, Baubeschlag oder technisches Gerät, ist das eine bekannte Zwickmühle: Jede Kombination mit der Kamera abzubilden ist teuer und langsam, und unmöglich, wenn das Produkt noch gar nicht gefertigt ist.

Ein Begriff, der in diesem Zusammenhang zunehmend auftaucht, ist der visuelle digitale Zwilling. Was dahintersteckt, lässt sich ohne technische Vorkenntnisse verstehen, und für die eigene Produktkommunikation lohnt sich ein Blick darauf.

Mehr als ein 3D-Modell

Ein 3D-Modell bildet zunächst nur die Form und Optik eines Produkts ab: Geometrie, Materialien, Texturen. Für ein einzelnes Rendering reicht das aus.

Ein visueller digitaler Zwilling geht einen Schritt weiter. Die einzelnen Bauteile eines Produkts sind darin eindeutig benannt und lassen sich mit Produktinformationen, Konfigurationsregeln oder Dokumente verknüpfen. Aus einer reinen 3D-Darstellung wird damit eine Oberfläche, über die sich ein Produkt zeigen, erklären und bedienen lässt. Technisch steckt dahinter meist ein leichtes, für den Browser optimiertes 3D-Format wie glTF beziehungsweise GLB, das sich schnell laden lässt und auf praktisch jedem Gerät läuft.

Ein vollwertiger digitaler Zwilling kann zusätzlich Daten aus dem laufenden Betrieb enthalten, etwa Sensorwerte einer Maschine. Für die meisten Produkthersteller in Möbel-, Bau- oder Elektronikbranchen steht diese Stufe aber nicht im Vordergrund. Der eigentliche Nutzen beginnt schon eine Stufe vorher, bei der reinen Verknüpfung von 3D-Darstellung und Produktinformation.

Eine Basis, mehrere Anwendungen

Der praktische Vorteil liegt darin, dass ein einmal sauber aufgebautes digitales Produktmodell nicht für einen einzelnen Zweck entsteht, sondern als Grundlage für mehrere Anwendungen dient:

  • Produktrendering. Klassische Bilder für Katalog, Webseite und Werbemittel, ohne Fotostudio und ohne dass das Produkt schon gefertigt sein muss.
  • 3D-Produktkonfigurator. Interessenten stellen Varianten, Materialien oder Größen selbst im Browser zusammen und sehen das Ergebnis sofort, statt auf ein individuelles Angebotsbild zu warten.
  • Virtueller Showroom. Mehrere Produkte werden in einer gemeinsamen, jederzeit erreichbaren Umgebung gezeigt, ergänzt um Informationen, Varianten und Animationen.

Diese drei Anwendungen bauen aufeinander auf. Wer mit einem sauber aufgebauten Produktmodell beginnt, kann es für die nächste Stufe weiterverwenden, ohne von vorn anzufangen.

Beispiel: Das Regalsystem Flexudo von möbell

Wie das konkret aussieht, zeigt das Regalsystem Flexudo von möbell. Aus einem einmal aufgebauten 3D-Datensatz entstanden Renderings in neun Materialvarianten und mehreren Aufbauvarianten, eine Animation des Verbindungsprinzips und ein Produktkonfigurator mit Shop-Anbindung, aktuell ergänzt um einen virtuellen Showroom. Jede neue Darstellung kostete weniger als die vorherige, weil die Grundlage bereits stand. Mehr dazu in der ausführlichen Projektreferenz.

Wann sich der Aufwand lohnt

Nicht jedes Produkt braucht einen visuellen digitalen Zwilling. Interessant wird der Ansatz, wenn mehrere dieser Punkte zutreffen:

  • Das Produkt ist erklärungsbedürftig oder lässt sein Funktionsprinzip im Foto nicht erkennen.
  • Es gibt viele Varianten in Material, Größe oder Ausstattung.
  • Das Produkt soll in mehreren Kanälen genutzt werden, etwa Webseite, Katalog, Messe und Vertrieb.
  • Es soll interaktiv präsentiert oder selbst konfiguriert werden können.

Ein einfaches Produkt mit wenigen Varianten lässt sich oft weiterhin mit klassischen Renderings gut abbilden. Die Entscheidung für die aufwendigere Lösung sollte vom tatsächlichen Nutzen abhängen, nicht von der Technik an sich.

Warum sich die einmalige Digitalisierung lohnt

Der wirtschaftliche Gedanke dahinter ist einfach: Ein digitales Produktmodell wird einmal erstellt und danach mehrfach verwertet, für Bilder, Animation, Konfigurator und Showroom gleichermaßen. Für Hersteller mit vielen Varianten sinkt der Aufwand pro zusätzlicher Darstellung erheblich, verglichen mit einer klassischen Fotoproduktion, bei der jede Variante neu aufgebaut und abgelichtet werden muss.

Zudem können mehrere Abteilungen auf derselben Grundlage arbeiten: Marketing nutzt sie für Bildmaterial, Vertrieb für das Kundengespräch, Entwicklung für technische Darstellungen. Ein gemeinsames digitales Produktmodell wird so zu einer Basis, die über Abteilungsgrenzen hinweg trägt, statt für jeden Anlass neu entstehen zu müssen.

Ein Blick nach vorn

Dasselbe Produktmodell lässt sich bei Bedarf auch über die reine Darstellung hinaus nutzen. Mit etwas zusätzlichem Aufwand lassen sich daraus etwa automatisiert neue Rendering-Varianten per KI ableiten, oder, bei technischen Anlagen, Betriebsdaten direkt am 3D-Modell sichtbar machen. Für den Einstieg ist beides nicht notwendig. Schon ein strukturierter visueller Produktzwilling für Vertrieb und Marketing schafft einen eigenständigen Nutzen.

planungsdetail.de als Partner für den gesamten Weg

Vom Produktrendering über den 3D-Konfigurator bis zum virtuellen Showroom: planungsdetail.de begleitet Produkthersteller durch alle Stufen dieses Wegs, von der ersten Digitalisierung eines Produkts bis zur fertigen Webanwendung. Die Grundlage bleibt dabei stets dieselbe, sauber aufgebaute Digitalisierung, die sich für jede weitere Anwendung wiederverwenden lässt.

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