möbell: Das Regalsystem Flexudo digitalisiert, visualisiert und als Konfigurator ins Web gebracht
Kunde: möbell | Markus Harmansa & Johannes Bayer GbR
Produkt: Regalsystem Flexudo
Branche: Möbelindustrie
Leistungen: Produkt-Digitalisierung, 3D-Visualisierung, 3D-Animation, Produktkonfigurator, virtueller Showroom
Technik: Blender, DaVinci Resolve, WebGL, HTML, JavaScript
Zeitraum: 2023 bis 2026
Ausgangslage
Ein Regalsystem besteht aus wenigen Bauteilen und ergibt trotzdem sehr viele Ergebnisse. Eine andere Aufbauvariante, ein anderes Dekor, und schon steht ein anderes Möbel im Raum. Für den Vertrieb ist das eine gute Nachricht und ein Problem zugleich: Was verkauft werden soll, existiert in dieser Form noch gar nicht.
Fotografisch ist das kaum abzubilden. Jede Kombination müsste aufgebaut, eingerichtet, ausgeleuchtet und abfotografiert werden. Bei einem modularen System vervielfacht sich der Aufwand mit jeder zusätzlichen Option.
möbell wollte für das Regalsystem Flexudo deshalb nicht einzelne Bilder, sondern eine Grundlage, aus der sich alle Darstellungen ableiten lassen.
Aufgabe
Flexudo sollte digitalisiert, visualisiert und animiert werden. Darauf aufbauend sollten ein Produktkonfigurator für den Browser mit Anbindung an den Shop und ein interaktiver virtueller Showroom entstehen.
Der Umfang war damit von Anfang an weiter gefasst als eine Bildproduktion. Nicht enthalten waren die Anbindung an eine Warenwirtschaft und die laufende Pflege der Produktdaten.
Gearbeitet wurde von 2023 bis 2026, in Schritten. Jeder Schritt baute auf dem vorherigen auf.
Umsetzung
Digitalisierung. Zuerst wurden die Bauteile des Systems in 3D aufgebaut: die Platten und die Plattenverbinder. Grundlage waren STEP-Daten aus der Konstruktion, ergänzt um technische Zeichnungen und Materialmuster. Die Muster sind wichtiger, als es klingt. Sie entscheiden darüber, ob ein Dekor im Rendering aussieht wie im Regal beim Händler.
Der Aufbau folgt der Logik des Produkts. Weil das reale System modular ist, ist es das digitale Modell ebenfalls. Jedes Bauteil existiert einmal und lässt sich beliebig kombinieren. Diese Entscheidung am Anfang bestimmt, wie günstig alles Weitere wird.
Visualisierung. Aus dem Datensatz entstanden 80 Renderings: 20 Aufbauvarianten als Freisteller, dazu Aufnahmen in verschiedenen Räumen und CloseUps. Das System ist in 9 Materialvarianten hinterlegt. Für dieselbe Zahl an Motiven hätte fotografisch 80 mal ein Regal aufgebaut, eingerichtet und ausgeleuchtet werden müssen. Digital bedeutet eine neue Variante keinen neuen Aufbau, sondern eine neue Kombination vorhandener Bauteile.
Gerendert wurde nur, was als festes Bild gebraucht wird, etwa für Katalog und Webseite. Alle übrigen Kombinationen entstehen im Konfigurator in Echtzeit, wenn sie jemand anschaut. Das ist der Punkt, an dem eine Webanwendung günstiger wird als eine Bildstrecke: Ab einer bestimmten Variantenzahl lohnt es sich nicht mehr, jede Möglichkeit vorab zu rendern.
Animation. Zwei Dinge lassen sich bewegt besser erklären als im Bild: das Verbindungsprinzip im Detail und die verschiedenen Aufbauvarianten. Beides wurde animiert und in DaVinci Resolve geschnitten. Damit wird sichtbar, was im fertigen Möbel verdeckt ist.
Produktkonfigurator. Der Konfigurator läuft im Browser auf WebGL-Basis. Interessenten stellen ihr Regal selbst zusammen und sehen das Ergebnis sofort in 3D, ohne Installation und ohne Wartezeit auf ein Angebotsbild.
Er ist an den Shop angebunden. Damit endet die Konfiguration nicht bei einem schönen Bild, sondern führt direkt zur Bestellung. Aus einem Darstellungswerkzeug wird ein Verkaufsweg.
Sie können ihn selbst ausprobieren: flexudo-konfigurator
Virtueller Showroom. Der Showroom entsteht in HTML und JavaScript und ist derzeit in Arbeit. Er zeigt das Produkt in einer Umgebung, in der es sich erkunden lässt. Damit bekommt möbell einen Ausstellungsraum, der jederzeit erreichbar ist und keine Fläche kostet.
Ergebnis
möbell verfügt über einen Datensatz, aus dem Bilder, Animationen und der Konfigurator gespeist werden, und aus dem gerade der Showroom entsteht. Neue Varianten entstehen daraus, ohne dass etwas neu aufgebaut werden muss. Über den angebundenen Shop lässt sich das konfigurierte Regal direkt bestellen.
Bemerkenswert ist weniger das einzelne Ergebnis als der Verlauf. Über drei Jahre kam ein Baustein nach dem anderen dazu, und keiner davon begann bei null.
Was aus einem Datensatz noch entstehen kann
Der Weg bei möbell zeigt das Prinzip, nach dem wir arbeiten: Die Digitalisierung wird einmal bezahlt und danach mehrfach verwertet. Aus denselben Daten wurden nacheinander Bilder, Animationen und ein Konfigurator mit Shop-Anbindung, aktuell kommt der Showroom dazu. Jeder dieser Schritte war günstiger als der erste, weil die Grundlage bereits stand.
Genau hier liegt der Unterschied zur Fotoproduktion. Ein Fotoshooting endet mit den Bildern, die bestellt wurden. Ein sauber gebautes 3D-Modell ist danach immer noch da.
Sie haben ein variantenreiches Produkt?
Dann ist die erste Frage nicht, wie viele Bilder Sie brauchen, sondern was aus Ihren Produktdaten alles entstehen kann. In einer kurzen Erstberatung sehen wir uns Ihre Ausgangslage an und sagen Ihnen, welcher Schritt bei Ihnen den größten Unterschied macht.
